Gesundes Essen ist teuer, stimmt das wirklich?

Die kurze Antwort: Nein. Aber die längere Antwort ist unbequemer.

Gesund ist teuer FALSCH

Verarbeitete Lebensmittel wie Tiefkühlpizza, Fertigsoßen oder Süßigkeiten sind pro Kalorie oft teurer als Haferflocken, Linsen oder Karotten. Wer behauptet, gesundes Essen sei grundsätzlich zu teuer, vergleicht in der Regel das falsche mit dem falschen: Bio-Produkte im Bioladen mit Discounter-Junk. Das ist kein ehrlicher Vergleich.

Magerquark kostet 0,80 € und enthält pro 100 g mehr Protein als die meisten Proteinriegel für 2,50 €. Rote Linsen kosten ca. 1,20 €/kg und liefern mehr gesättigte Energie als eine Tiefkühlportion Lasagne für denselben Preis. Ein Tagesmenü aus Haferflocken, Linsen, TK-Gemüse, Eiern und Naturjoghurt kostet realistisch unter 2,50 € pro Person.

Warum wird die Ausrede trotzdem benutzt?

Weil die eigentlichen Gründe unangenehmer sind:

1. Gewohnheit und Konditionierung
Die meisten Menschen essen das, womit sie aufgewachsen sind. Weißbrot, Wurst, Fertiggerichte… weil es vertraut ist. Gewohnheiten fühlen sich wie Notwendigkeiten an, obwohl sie es nicht sind.

2. Bequemlichkeit
Linsen kochen dauert 20 Minuten. Eine Tiefkühlpizza dauert 12 Minuten. Haferflocken mit Obst dauern 3 Minuten. Der Zeitunterschied ist oft kleiner als angenommen, aber der wahrgenommene Aufwand ist größer. Kochen muss gelernt und geübt werden. Wer es nicht kann oder nie geübt hat, empfindet es als Aufwand.

3. Fehlende Kompetenz, nicht fehlende Mittel
Wer nicht weiß, was man mit einem Kilo Linsen anfangen kann, wird sie nicht kaufen, unabhängig vom Preis. Kochkompetenz und Ernährungswissen sind ungleich verteilt, und das ist ein reales Problem. Aber es ist ein anderes Problem als Geldmangel.

4. Mentale Verfügbarkeit
Werbung, soziale Medien und Supermarktgestaltung sind darauf ausgelegt, verarbeitete Produkte attraktiv erscheinen zu lassen. Einfache Grundnahrungsmittel haben keine Marketingbudgets. Das beeinflusst, was als „normal“ gilt… nicht der Preis.

5. Der eigentliche finanzielle Faktor
Es gibt Menschen, die tatsächlich in echter Ernährungsarmut leben: kein Herd, keine Zeit, keine sichere Wohnsituation. Für diese Menschen ist die Diskussion anders. Aber das ist eine Minderheit derer, die die „zu teuer“ Ausrede verwenden. In den meisten Fällen kommen die Klagen über teures gesundes Essen von Menschen, die gleichzeitig regelmäßig Takeaway, Backwaren aus der Theke, Snacks oder Kaffeespezialitäten konsumieren.

Und Jetzt?

Die Aussage „gesundes Essen ist zu teuer“ ist in den meisten Fällen keine finanzielle Aussage. Sie ist eine psychologische Schutzbehauptung, die echte Gründe verdeckt:

  • fehlende Gewohnheit
  • mangelnde Kochkompetenz
  • die schlichte Unbequemlichkeit, etwas verändern zu müssen

Das ist menschlich, aber es ist nicht ehrlich.

Wer das anerkennt, hat eine echte Grundlage für Veränderung.

Ich habe mal für die Zweifler noch eine schöne PDF vorbereitet: eine Liste, mit all den Nahrungsmitteln, die nicht nur gesund, sondern auch günstig sind. Aber lade sie dir nur herunter, wenn du bereit bist, deine Bequemlichkeit dafür einzutauschen.

(Das PDF enthält die vollständige Lebensmittelliste mit Preisen, Nährwert-Highlights und Tipps… aufgeteilt nach Kategorien: Hülsenfrüchte, Getreide, Gemüse, Obst, Protein, Fette – plus einem Beispiel-Tagesmenü für unter 2,50 €.)

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